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BIOGRAPHIE
Friedrich der Große

Michel Munger
MUNGER.CA
(ÜBERSETZUNG: CRISTINA VINTAN)

Frederick the GreatFriedrich der Große – dieser Name ist voller Bedeutung für die Geschichte Deutschlands. Wenn wir in die Zeit zurückschauen, erkennen wir, dass er derjenige war, der die Unabhängigkeit Deutschlands in die Wege leitete, auch wenn es eigentlich Bismarck war, der dieses Ziel durch Krieg erreichte. Dieser absolutistische König, auch Friedrich II genannt, ist das Symbol der deutschen Unabhängigkeit und die Hauptperson der folgenden Biographie.

Er hat seinen Platz in vielen Büchern über die Geschichte Deutschlands, aber auch über die Entstehung seines Landes, gefunden. Das Ziel dieser Biographie ist es, den Lesern einen Eindruck über diesen Mann, der einen so großen Einfluss auf die Existenz einer Nation hatte, zu übermitteln, von seiner Kindheit und der Zeit, in der er lebte, bis hin zu seinen Erfolgen, ohne dabei zu vergessen, was ihn zu einer so einzigartigen historischen Figur machte. Hier geht es nicht um genaue Daten, sondern um sein Leben. Es ist Zeit, in die Geschichte eines kleinen Landes des 18. Jahrhunderts namens Preußen einzutauchen, und glauben Sie mir, das ist es wert.

Historischer Kontext und Kindheit

Es begann alles am Anfang des 18. Jahrhunderts. Bevor das Russische Reich richtig in Europa miteinbezogen wurde, war der Kontinent kleiner. Die Könige und der Klerus vertraten die Elite der europäischen Gesellschaft. Sie waren diejenigen, die politische Entscheidungen trafen, und ihr Einfluss griff auch auf das tägliche leben der Bevölkerung über.

Krieg war ein gewöhnliches Mittel, um die Außenpolitik, wie z.B. die des osmanischen Reichs, von Österreich, Frankreich, England oder einem an Macht verlierenden Spanien, zu beeinflussen. Preußen, welches Deutschland im 19. Jahrhundert vereinen würde, war wie Polen... ein Land von zweitrangiger Bedeutung.

Friedrich der Große wurde am 24. Januar 1712 inmitten eines kalten Winters geboren. Dieser Tag wurde von der königlichen Familie, den Hohenzollern, gefeiert. Dieser Letztgeborene wurde sehr gebraucht. Sein Vater, Friedrich Wilhelm, hatte bisher schon zwei Kinder verloren und musste diesen Säugling am Leben erhalten, so dass eine reibungslose Machtübertragung nach seinem Tod gesichert wäre. Die Gesundheit des Babys war während der ersten Jahre sehr zerbrechlich, doch er überlebte, was Friedrich Wilhelm sehr glücklich stimmte. Das Kind wuchs im Potsdamer Schloss auf. Seine Mutter sprach in seiner Anwesenheit Französisch und lehrte ihn, dass dies die Sprache der Kultur sei, während Deutsch nur von Menschen niedrigen Ranges gesprochen wurde... und das Kind zählte auch seinen Vater zu dieser Kategorie.

Der König achtete darauf, seinen Sohn zu erziehen, wie es sich gehörte. Er erzog ihn wie jedes andere Kind auch, erteilte ihm eine militärische Ausbildung, und der Bengel (von allen Fritz genannt) hasste es. Der Vater bestand darauf, dass sein Sohn ein richtiger Mann werden würde. Er verbot ihm, schicke Kleidung zu tragen; ja er verachtete gar den Französischen Stil und die Sprache seines Sohnes. Jedes Mal, wenn das Kind etwas falsch tat, wurde es von seinem Vater verbal angegriffen.

Eines Tages hatte Fritz genug von dieser Behandlung und schrieb einen Brief an seinen Großvater in England, um ihm mitzuteilen, dass er Selbstmord begehen wolle. Er wurde gefangengenommen und für einpaar Monate ins Gefängnis von Küstrin gebracht. Während dieser Zeit studierte er Landwirtschaft, Verwaltung und Wirtschaft. Um seine Freiheit wiederzuerlangen, musste er schwören, für diese Bestrafung niemals Rache ausüben zu wollen, dass er seinem Vater auf ewig gehorchen und nie ohne dessen Einwilligung heiraten würde. Erst dann ging er zurück nach Potsdam.

Im Jahre 1732 eröffnete ihm sein Vater, er hätte eine Frau für ihn gefunden, die er heiraten sollte. Ihr Name war Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern.
Die für den 12. Juni des nächsten Jahres geplante Hochzeit erfreute Friedrich ganz und gar nicht. Auf alle Fälle musste er nach der Heirat wieder die militärische Ausbildung über sich ergehen lassen.

Im Jahr 1736 veränderte sich sein Leben. Der König vermachte ihm das Schloss zu Rheinsberg und gab ihm mehr Geld. Diese neue Situation machte Friedrich glücklicher und reicher. Er wurde der Brieffreund Voltaires (welchen er sehr schätzte und mit dem er sich wörtliche Auseinandersetzungen lieferte), spielte und komponierte Konzerte und andere Werke, hatte sein eigenes Orchester... so ziemlich all die Sachen, die sein Vater so verachtet hatte. Er las, studierte die Aufklärung und machte sich mit der militärischen Strategie vertraut. Er verfasste sogar eine Anti-Machiavelli-Theorie. Er durchlebte die vier Jahre bis zur Krönung zum König von Preußen wie ein Gentleman. Er war immer noch glücklich, trotz der Missgunst seines Vaters.

Im Jahre 1740 starb Friedrich Wilhelm, worauf der Thron für ihn, den Nachfolger, bestimmt war. Dieses Ereignis sollte Preußen für immer verändern und den Weg für die Geburt des Deutschlands, wie wir es kennen, ebnen, inspiriert durch diesen neuen König und seine Handschrift tragend.

Merkmale

Bevor wir einen Blick auf das werfen, was er erreichte, müssen wir uns ansehen, was es mit dem neuen König auf sich hatte. Er beherrschte das Französische besser als jeder andere Preuße. Er sollte ein Held werden; würde Reformen einführen; würde ein aufgeklärter Mann sein; wollte dem Deutschen Volk eine neuen Existenz aufbauen (hört sich das nicht irgendwie bekannt an?) und dass seine Errungenschaften in den Geschichtsbüchern ihren Platz fänden. Er war das Symbol des deutschen Patriotismus.

Er war Poet und Schreiber. Er würde noch viele Gedichte und 30 Bücher schreiben und Musik komponieren. Er war ein Homosexueller, umgeben von einer männlichen Gesellschaft im „Château Sans-Souci“, welches er erbaute. Seiner Meinung nach sollten Menschen aufgrund ihrer Intelligenz und ihrer Talente beurteilt werden, wobei Privilegien nichts damit zu tun haben. Er war eine faszinierende Persönlichkeit für seine Gegner.

Erfolge

Die Persönlichkeit Friedrichs des Großen zeichnet sich durch das aus, was er in Preußen bewirkte. Und er tat eine ganze Menge an Dingen...

So war Preußen, bevor er an die Macht gekommen war: Ein schwach besiedeltes Land (2 Millionen Menschen) mit schwachen Städten; die Wirtschaft war unterentwickelt; Berlin war die einzige wichtige Stadt, die Landwirtschaft hinkte unter der Verwaltung der Junker; die Provinzen waren nicht vereint. Als er starb, lebten 6 Millionen Menschen auf preußischem Boden, die Fläche wuchs von 120 000 Quadratmetern auf 195 000 und seine Geographie wurde zusammenhängender. Wie tat er das alles? Krieg und Verwaltung.

Als er an die Macht kam, starb Karl VI, der letzte Habsburger, worauf 40 Jahre Krieg gegen Maria Theresia von Ungarn folgen sollten. Nur Mutter Natur selbst würde Friedrich den Großen aufhalten können!

Gleich nach der Machtübernahme griff er Schlesien an um es zu erobern, wobei die militärischen Auseinandersetzungen, an denen er teilnahm, bis 1763 andauerten.
Kurz darauf führte Friedrich der Große etwas Neues in Preußen ein: Das heute zur Legende gewordene Streben der Preußen nach Macht und dem Aufbau einer militärischen Tradition. Etwas anderes war ebenso neu, da es nichts mit der Religion oder Ideologie zu tun hatte: Der Staat, seine Macht und sein Volk waren wichtiger als die traditionelle Elite.

Friedrich unterschrieb einen Pakt mit Frankreich, um in Schlesien Krieg gegen Österreich zu führen, welchen er gewann. Dadurch, und durch die eroberten Territorien, wurde der Traum von Preußens starker Einheit langsam Wirklichkeit.

Vor dem Siebenjährigen Krieg zerstörte Friedrich die Bündnisse mit Russland und Frankreich – vor allem deshalb, weil er sie stark kritisierte und sich über symbolische Persönlichkeiten, wie z.B. Madame de Pompadour oder Zarin Elisabeth, lustig machte.

Im Jahr 1756 war wiederum Krieg angesagt. Preu0en trat Frankreich, Russland, Österreich und dem Deutschen Reich entgegen. Sein Verbündeter? Ein England das bereit war, sich Frankreich gegenüberzustellen und Preußen wirtschaftlich und militärisch zu unterstützen. Der Krieg verschlechterte Preußens wirtschaftliche Lage. Während des Konflikts zeigte Friedrich der Große seine Genialität und militärische Strategie, seine Truppen waren diszipliniert und seine Generäle kompetent. Berlin wurde zwei Mal eingenommen, die Verteidigung brach beinahe zusammen, aber...

Zarin Elisabeth starb 1763. Nachdem Peter III die Macht übernommen hatte, sagte Russland Preußen und England Unterstützung zu, worauf Katharina II den Zaren ermorden ließ, um selbst die Macht zu ergreifen. Sie zog sich einfach aus dem Konflikt zurück. Das zerstörte die Moral der Gegner Friedrichs des Großen. Der Krieg war vorbei. Die totale Zerstörung schien nahe, doch Friedrichs kühne Rechnung ging auf. Im Jahre 1763 begann eine neue Ära und Preußen wurde zu einer führenden europäischen Macht.

Die Pointe des ganzen ist, dass diese Jahre des Konflikts Preußen zu einem 30 Jahre anhaltenden Frieden führen würden. Friedrich der Große würde ein starker absolutistischer Herrscher werden, ebenso wie Ludwig XIV. Er setzte das rationale Denken durch, sowie die Säkularisation und die rechtlichen und humanistischen Prinzipien. Der Staat war nun überall im preußischen Alltag zu finden und würde selbst Friedrichs innerlichste Wünsche respektieren.

Die Armee wurde bestens ausgerüstet und Leistungsfähigkeit war die einzig akzeptable politische Option für die nationale Verwaltung. Preußens Frieden und Sicherheit würde während dieser Zeit, mit Ausnahme der leicht errungenen Siege Bismarcks von 1866 bis 1870 und dem Ersten Weltkrieg 1914, kaum unterbrochen werden.

Die Erfolge Friedrichs des Großen ließen die nationalistische Tradition in Preußen entstehen und würden ebenfalls den Weg zum Deutschen Nationalstolz ebnen. Im Jahr 1772 teilten Friedrich der Große und Katharina II Polen unter sich auf. Dies würde nur eine von vielen klassischen Aufteilungen Polens unter seinen benachbarten Feinden werden.

Friedrich der Große kümmerte sich höchstpersönlich um alles. Er machte sich daran, die neuen Gebiete zu besetzen. Er tolerierte die religiöse Vielfalt, schaffte die Folter ab, erließ neue Gesetze und berief den Adel in die Verwaltung, sowie in hohe militärische Funktionen.

Es war das Klügste, was Friedrich tun konnte, wollte er die Stabilität in seinem Regime sicher stellen. Der Adel war die einzige soziale Schicht, die letztendlich die Macht besessen hätte, ihn zu stürzen. Während überall der Liberalismus um sich griff, war seine Regierungsform ein Spiegelbild des Ancien Régime. Er war der König, er und sonst niemand.

Friedrich der Große gab die Hälfte seiner Einnahmen an die Armee ab (für die damalige Zeit eine einzigartige Handlung) und festigte den Grundstein für eine neue militärische Tradition in Preußen, welche erst unter Adolf Hitler zusammenbrechen würde.

Friedrich der Große besaß viel Land und vereinfachte den Bauern das Leben – nur ein glücklicher Bauer ist ein guter Bauer – gründete öffentliche Organisationen, um in schweren Zeiten Lebensmittel zu einem guten Preis zu verkaufen; er garantierte für Kredit und kontrollierte die Preise. Preußen hatte nun Stabilität und eine verantwortungsbewusste Regierung inne, was einen großen Kontrast zu den zwischen 1740 und 1763 in Kauf genommenen Risiken bildete.

Seine Erfolge konnten – selbst nach seinem Tode – nicht zerstört werden. Als er alt war, wehrte er sich gegen die Möglichkeit, dass Intellektuelle mehr Macht erlangen könnten als die Politiker.

Friedrich der Große regierte Preußen 46 Jahre lang, schenkte der Armee große Beachtung, erneuerte die Verwaltung und machte aus seinem Land eine führende Macht. Er starb 1786, nachdem er dem letzten Gegner seines Lebens, der Krankheit, erlegen war.

Nachfolge

Friedrich II hatte keine Kinder. Sein sofortiger Nachfolger war sein Neffe, Friedrich Wilhelm II, der Preußen von 1786 bis 1797 regierte.

Erinnerungen und Schlussfolgerung

Was hinterließ Friedrich der Große? Er ist derjenige, der sich zum ersten Mal in der Deutschen Geschichte auf die Militarisierung konzentrierte. Er begann die militärische Tradition, die im Jahr 1945 unterging. Ohne es zu wissen, inspirierte er viele deutsche Führer, unter ihnen auch Adolf Hitler. Er war das erste Symbol ihrer Freiheit, so wie George Washington es für die USA war.

Die Erinnerung an ihn wurde durch Bismarck und durch die Nazis zerstört. Bismarck machte die Deutsche Einheit offiziell, indem er den Krieg auch zum Aufbau des Nationalismus ausnutzte, wie er selbst sagte. Die Nazis verehrten ihn und sahen ihn als ihre Inspiration an. Sie wollten in seine Fußstapfen treten... auf ihre eigene Art. Hitler hatte sogar ein Portrait von ihm in seinem Wohnzimmer hängen. Das ließ die Menschen Friedrich den Großen einer Ideologie zuordnen, die zu einem übertrieben nationalistischen Hitler-Regime führte. Von Friedrich dem Großen direkt zu Bismarck und Hitler – so wurde es vereinfacht.

Seitdem ist der Eindruck von Friedrich dem Großen nicht sehr positiv, was vor allem wegen seiner Legende, seiner Verpflichtungen und seiner Erfolge sehr bedauerlich ist.

Solch eine Persönlichkeit wurde aufgrund der Fehler, die während der zwei Weltkriege begangen wurden, in ein schlechtes Licht gestellt.

Wenn wir darüber nachdenken, hätten die Deutschen Friedrich den Großen doch respektiert, wenn die ganze Tradition sie zu Siegen und einer vorherrschenden Position in Europa geführt hätte, und nicht zu der rauen Behandlung, die sie in Versailles erfuhren.

Trotz der Behandlung, die seine Persönlichkeit durch den Ablauf der Weltgeschichte erfahren musste, hatte Friedrich der Große erheblichen Einfluss auf die Geschichte seines Landes.

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